Verdeckte Ausschüttung

Rechtslage

Gemäß § 8 (2) KSTG ist es für die Ermittlung des Einkommens einer Körperschaft unerheblich, ob das Einkommen als offene oder verdeckte Ausschüttung, entnommen oder anderweitig verwendet wird. Dies Vorgänge sind erfolgsneutral. Es soll verhindert werden, dass durch Vorabführungen and die Gesellschafter oder diesen Nahestehenden die steuerliche Wirkung geschälert wird.

Gem. § 93 (1) ESTG wird die Einkommensteuer, als Abzug, in Form der KEST erhoben. Darunter fallen nach
§ 27 (2) Z1 lit. A ESTG offene wie auch verdeckte Gewinnausschüttungen. Die KEST ist grundsätzlich vom Schuldner der Kapitalerträge abzuführen. Im Regelfall wird die ausschüttende GmbH zur Haftung für die fällige KEST herangezogen. Ob die Haftung gegenüber der ausschüttenden Körperschaft geltend gemacht wird oder aber ob eine Vorschreibung gegenüber dem Empfänger der Kapitalerträge erfolgt, liegt im Ermessen der Behörde.

Verkauf eines Grundstücks des Gesellschafters an die GmbH

Der Gesellschafter – im gegenständlichen Fall – verkauf ein Grundstück im Privatvermögen an die Gesellschaft um € 200.000. Fremdüblich wäre ein VK von € 100.000. Die GmbH benötigt zur Finanzierung des Kaufs einen Kredit. Für diesen fallen fremdübliche Zinsen von € 5.000 an.

In der Folge wird das verkaufte Grundstück in Bauland umgewidmet. Der Gesellschafter nimmt den Grundstückverkauf in der Steuererklärung als privaten Grundstücksverkauf eines „Altgrundstücks“ gem.
§ 30 (4) Z2 ESTG auf. Vom Veräußerungserlös werden 86% AKO abgezogen. Daher verringert sich die Immo-EST von € 28.000 auf € 8.400.

Erwerb seitens der GmbH

Der Erwerb des unbebauten Grundstücks führt bei der GmbH im Jahr der Anschaffung zu keinem Aufwand. Hinsichtlich des unangemessenen KP liegt auch keine verdeckte Gewinnausschüttung vor.

Die Fremdfinanzierung des unangemessen hohen VK stellt beim empfangenden Gesellschafter eine verdeckte Ausschüttung dar. Es sind daher € 2.500 zu neutralisieren.

Beurteilung der verdeckten Ausschüttung:

Der Gesellschafter hat das Grundstück zu einem unangemessen hohen Preis an die Gesellschaft verkauft. Der Differenzbetrag zwischen dem unangemessen hohem VK und dem fremdüblichen VK – in vorliegenden Fall – € 100.000 stellt eine verdeckte Gewinnausschüttung dar. Diese unterliegt gem. § 27 (2) Z1 lit. A der KEST.

  • Trägt der Gesellschafter die KEST dann fallen 27,5% oder € 27.500 an
  • Übernimmt die GmbH für den Gesellschafter die KEST, dann stellt dies eine weitere verdeckte Ausschüttung an den Gesellschafter dar. In diesem Fall fallen dann 37,93% oder
    € 37.930 an KEST an.

Auswirkungen

Der unangemessen hohe BK stellt eine verdeckte Ausschüttung dar. Daher reduzieren sich die Einkünfte aus der privaten Grundstücksveräußerung auf € 14.000. Die Vermeidung einer doppelten Erfassung erfolgt im Rahmen der Veranlagungsoption gem. § 30a (3) ESTG.