Einzelhandel – Quo Vadis?

Dass der Handel sich gegenwärtig in einem Strukturwandel befindet ist für die Meisten, die sich mit der Materie beschäftigen, offensichtlich. Das klassische Dreieck „Produzent – Handel und Endkunde“ funktioniert in dieser Form nicht mehr. Der Grund dafür ist der Kunde, denn dieser kauft einfach was er will.

Das Internet hat dazu geführt dass „klassische“ Handelstraditionen aufgebrochen wurden und in Ihrer ursprünglichen Form überflüssig werden.

Wohin geht der Weg ?

Die Entwicklung die wir im Moment beobachten können, ist die, dass der Weg zum Kunden immer mehr ohne Umwege stattfinden wird. Im Klartext bedeutet das, dass der „Zwischenhändler“ im mehr überflüssig werden wird. Begünstigt wird diese Entwicklung durch das Internet und durch Plattformen wie Amazon, Shopify, eBay um nur einige zu nennen.

Der Endkunde der Zukunft wird sich einer enormen Vielfalt an Produkten, Preisen und Informationen ausgesetzt fühlen. Diesen Umstand können sich die Händler durchwegs zu Nutze machen. Es wird immer wichtiger Vertrauen und Orientierung dem Endkunden als Mehrwert anzubieten. Dieser Mehrwert besteht auch darin dem Endkunden aus der Flut der Waren, die auf den unterschiedlichen Plattformen angeboten werden, jene anzubieten, die spezifisch auf den jeweiligen Endkunden zugeschnitten sind.

Customizing wird das große Thema der Zunkunf

Customizing ist ein Mehrwert, den der klassische Handel nicht anbieten kann. Dazu ist es erforderlich seine Kunden zu kennen, Trends im Internet aufzuspüren und die entsprechenden waren dem Kunden dann anzubieten. Das Prinzip „Tailored Fit gegenüber Masse“ wird zunehmen. Der „klassische“ Handel mit Bestellzyklen von 8 -12 Monaten Vorlaufzeit kann da nicht mehr mithalten.

Der Endkunde der Zukunft möchte das was er will, zu dem Zeitpunkt die dem Endkunden passt. Der Balanceakt zwischen Bedürfnis auf der einen Seite und finanziellen Möglichkeiten des Endkunden auf der anderen Seite wird in der Zukunft immer wichtiger werden.

Amazon ist nicht der Weisheit letzter Schluss

Aus der eben beschriebenen Entwicklung wird sich eine Zweigleisigkeit ergeben. Die „schnelle Bedarfsecke“ die wird von Amazon gefüllt werden. Man bekommt alles und das auch noch prompt geliefert. Abo-Dienste, die dem Endkunden zeitraubende Einkäufe des täglichen Lebens ersparen werden auch weiterhin zunehmen.

Was Amazon und Co. nicht können ist es, Individualität zu schaffen. Dies wiederum eröffnet eine komplett neue Chance für den Retail-Händler. Ohne das entsprechende Social-Media-Engagement mit dem Endkunden wird dieser Absatzkanal aber nicht erfolgreich sein können.

Social Meia als Vertriebskanal der Zukunft

Der Trend, dass die Kaufmöglichkeiten auf Facebook und Instagram immer mehr und mehr werden, wird sich auf jeden Fall verstärken. Dies wird spätestens dann der Fall sein, wenn die heutigen Teenager, die mit Social Media aufgewachsen sind, das „konsumfähige“ Alter erreichen. Händler die diesen Trend nicht erkannt haben, wird sehr rasch ins Hintertreffen geraten. Der Grund dafür ist der, dass diese Händler nicht mehr sichtbar und daher auch für den Endkonsumenten nicht relevant sind. In der Zukunft wird man sich den „Stammkunden“, wie wir ihn heute kennen, abschminken können.

Das Mindset des Endkunden der Zukunft

„Alles – sofort – preiswert – bequem und natürlich State of the Art“. Wer diesem Anspruch nicht gerecht wird, der wird im Retail der Zukunft sehr schnell von der Bildfläche verschwinden. Der Endkunde hat die Auswahl unter den Anbietern. Preisvergleichsportale und vernetzte „Marktplätze“ werden diesen Trend auf jeden Fall intensivieren.

Dies bringt uns wiederum zurück zu „Social Media“ als Absatzkanal. Die Interaktion mit dem Kunden, das Erkennen der Wünsche und deren rasche Befriedigung wird immer wichtiger werden. Genau in diesem Bereich wird der Kampf um den Kunden gewonnen oder auch verloren.

Der Handelsbetrieb der Zukunft

Der Retailer der Zukunft kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn es auch zu einer Änderung der Strukturen im Retail kommt. Die „klassischen Hierarchien“ sind dazu komplett kontraproduktiv. Die Strukturen der Zukunft müssen flach und flexibel sein und schnelle Reaktionszeiten aufweisen. Wer hier nicht agil ist unterschreibt als Handelsbetrieb sein eigenes Todesurteil.

Ausstellungsflächen und „klassische“ Handelsläden per se werden in zunehmendem Masse überflüssig werden.